ROBERTA: Österreichs Leitprojekt für hochautomatisierte Busse Level 4

Dr. Andreas Eustacchio
LL.M. (London School of Economics), Rechtsanwalt, Cavaliere
22 March 2026

ROBERTA: Österreichs Leitprojekt für hochautomatisierte Busse Level 4 – und meine rechtliche Expertise dazu

Mit dem Leitprojekt ROBERTA („Real World Automated Bus opERaTion Austria“) startet Österreich in eine neue Phase des automatisierten Fahrens im öffentlichen Verkehr.

Erstmals werden hochautomatisierte Level‑4‑Busse (M2/M3) mit mehr als acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb in vier Bundesländern in urbanen, suburbanen und ländlichen Regionen unterwegs sein und wissenschaftlich getestet. Im Zentrum steht der reale Einsatz der Busse mit ausgebildetem Sicherheitspersonal an Bord sowie der Aufbau von Systemen zur Fernüberwachung, angepasst an die österreichischen Rahmenbedingungen.

Meine Rolle in diesem Projekt

Ich bin aufgrund meiner Spezialexpertise zu Automatisiertem Fahren als einziger juristischer Projektpartner Teil des österreichweiten ROBERTA‑Konsortiums und begleite das Projekt in allen rechtlichen und regulatorischen Fragen. Meine Aufgabe ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz hochautomatisierter Busse im öffentlichen Verkehr zu evaluieren, rechtliche Risiken frühzeitig zu identifizieren und Vorschläge für eine Weiterentwicklung des bestehenden Rechtsrahmens zu erarbeiten.

Damit bringe ich meine Spezialisierung auf automatisiertes Fahren, Produkthaftung, Datenschutz und Compliance in eines der derzeit bedeutendsten Mobilitätsprojekte Österreichs ein. Ziel ist es, einen rechtssicheren, verantwortungsvollen und praxistauglichen Einsatz hochautomatisierter Busse im Linienverkehr zu ermöglichen.

Rechtliche Schwerpunkte

Im Zentrum meiner rechtlichen Begleitung stehen rechtliche und regulatorischen Fragen, die sich aus den geplanten Streckenführungen sowie aus dem Einsatz vernetzter Flotten- und Remote‑Management‑Systeme ergeben. Dazu gehören

  • Datenschutzrechtliche Anforderungen an Videoüberwachung hochautomatisierte Bussysteme und deren Datenökosystem.​
  • Datensicherheit und Cybersecurity im Betrieb vernetzter Flotten und Remote‑Management‑Systeme.​
  • Haftung, Verantwortung und Rollenverteilung zwischen Herstellern, Betreibern, Infrastrukturbetreibern und Sicherheitspersonal.
  • Fragen der Betriebsbewilligung, der Anpassung der österreichischen AutomatFahrVO und weiterer einschlägiger Normen.​

Ziel ist es, einen rechtssicheren, verantwortungsvollen und praxistauglichen Einsatz hochautomatisierter Busse im Linienverkehr zu ermöglichen.​

Projektfakten ROBERTA

ROBERTA wird von einem breit aufgestellten Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Technologieunternehmen, Energieagenturen und Verkehrsbetrieben getragen, koordiniert durch das Logistikum der FH Oberösterreich. In vier Pilotregionen – Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol – werden ab voraussichtlich 2027 hochautomatisierte Level‑4‑Busse für jeweils rund ein Jahr im regulären Linienbetrieb unterwegs sein.​

Das Projekt startete im Februar 2026 und läuft bis 31. Jänner 2030. Im ersten Projektjahr werden die Rahmenbedingungen für den Realbetrieb erarbeitet, der Pilotbetrieb in den vier Bundesländern ist ab Ende 2027/Anfang 2028 vorgesehen.

Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei rund neun Millionen Euro. Das FFG‑Projekt ROBERTA wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur mit rund 3,5 Millionen Euro Bundesförderung unterstützt; zusätzlich sind etwa eine Million Euro des Landes Oberösterreich (vorbehaltlich eines Landtagsbeschlusses), angestrebte Mittel weiterer Bundesländer sowie Eigenleistungen der Projektpartner vorgesehen.

Die vier Pilotregionen:

  • Oberösterreich
    • Hagenberg – Pregarten
    • Last-Mile-Verbindung vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg und FH OÖ.
  • Tirol
    • Innsbruck, Gewerbegebiet Rossau
    • Innerstädtische Linie zur besseren Anbindung von Arbeits- und Gewerbestandorten.
  • Steiermark
    • AREA Süd – Umfeld Bahnhof Weststeiermark (Koralmbahn)
    • Zubringerbusse zur Koralmbahn, Anbindung umliegender Wohn- und Gewerbegebiete.
  • Kärnten
    • AREA Süd – Umfeld Bahnhof St. Paul im Lavanttal (Koralmbahn)
    • Zubringerbusse zur Koralmbahn, Stärkung der regionalen Mobilität im ländlichen Raum.

Zu den beteiligten Partnern zählen:

Logistikum - FH Oberösterreich ALP.Lab GmbH ANDATA Business Upper Austria - OÖ. Wirtschaftsagentur GmbH Automobil-Cluster DigiTrans GmbH Gerald Windisch EUSTACCHIO Grazer Energieagentur Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb Gmbh Irene Fuchs KEBA Group Bosch Österreich JOANNEUM RESEARCH Austrian Road Safety Board SCCH Software Competence Center Hagenberg Virtual Vehicle Research GmbH Wilhelm Welser Verkehrsbetriebe GmbH Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH.

Presse:

Automatisierte Busse im Linienverkehr - ooe.ORF.at

ROBERTA.pdf

Mobilität der Zukunft: Autonome Busse für vier Pilotregionen · VK24

LR Steinkellner: OÖ Verkehrsverbund begrüßt Leit-projekt ROBERTA und bringt Pilotbetrieb in OÖ in die Praxis

https://www.ooevv.at/fileadmin/OOEVV/Presse/Presseaussendungen/pressemitteilung-ooevv-ooe-verkehrsverbund-bringt-leitprojekt-roberta-in-die-praxis.pdf

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Wenn Sie rechtliche Fragen zu automatisiertem Fahren, vernetzten Flotten, Produkthaftung, Datenschutz oder Regulierung im Mobilitätssektor haben, unterstütze ich Sie gerne mit meiner auf dieses Feld spezialisierten Expertise.​

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